Grenzerfahrung – Reise-Exkurs: Grenzen, die ich kaum noch bemerkte
Aktualisiert: 29. Okt.
Wer aus meiner Generation erinnert sich nicht an die früheren Grenzübergänge? Schlagbäume, Kontrollhäuschen und manchmal lange Warteschlangen gehörten selbstverständlich zur Fahrt ins Ausland. Ausweise vorzeigen, gelegentlich den Kofferraum öffnen: Die Grenze war ein deutlich wahrnehmbarer Ort.
Während meiner Radtour wechselte ich mehrfach zwischen Deutschland und den Niederlanden. Oft merkte ich es erst an den Straßenschildern. Dieser Unterschied beschäftigte mich.
Eine europäische Veränderung
Deutschland und die Niederlande gehörten 1985 zu den fünf Staaten, die das Schengener Übereinkommen unterzeichneten. Die praktische Abschaffung der regulären Personenkontrollen an den gemeinsamen Binnengrenzen begann 1995.
Schengen und die Europäische Union sind dabei nicht deckungsgleich. Auch bedeutet Schengen nicht, dass Kontrollen unter allen Umständen ausgeschlossen wären. Vorübergehende Binnengrenzkontrollen sind unter bestimmten Voraussetzungen möglich.
Was davon auf dem Fahrrad ankommt
Für mich wurde vor allem der veränderte Alltag spürbar. Wege, Felder und Dörfer gingen ineinander über. Ich fuhr durch eine zusammenhängende Landschaft, obwohl eine Staatsgrenze dazwischenlag.
Dass ich dabei häufig einfach weiterfahren konnte, empfand ich als große Freiheit. Eine politische Errungenschaft wurde auf einmal ganz praktisch: kein langer Gedanke an den Grenzübertritt, sondern Aufmerksamkeit für den Weg.
Was heute selbstverständlich wirkt, war es während meiner Kindheit noch lange nicht.
Quellen und weiterführende Informationen
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